Mittwoch, 2. Mai 2012

Argumente des Managements gegen den Einsatz von Enterprise 2.0

Argumente des Managements
  • Angst, dass Internas nach Außen durchsickern.
  • Unklarheit darüber was kommuniziert werden darf und was nicht.
  • Angst vor dem Missbrauch von bereichsspezifischem Wissen.
  • Angst davor Mitarbeiter könnten die vorgegebenen Tools in anderer Weise nutzen.
  • Angst vor zusätzlichem Arbeitsaufwand durch das Tool bei unklarem Nutzen für den verantworteten Bereich.
Im Gegensatz zu den technischen Argumenten, lassen sich die Argumente des Managements und auch die noch folgenden Argumente aus Sicht der Organisation und des Mitarbeiters überwiegend nicht einfach in ein Pflichtenheft aufnehmen oder wegdiskutieren. Sie besitzen oftmals zumindest einen wahren Kern und sind darüber hinaus oft auch mit dem Wunsch nach persönlicher Sicherheit, oder genauer: persönlichen Ängsten, verbunden. 

Im Einzelnen:
Internas können heute an fast jeder Stelle im Unternehmen nach Außen gelangen. Wo der Wille besteht, finden sich Mittel und Wege.

Montag, 30. April 2012

Technische Argumente gegen Enterprise 2.0


Technische Argumente:
  • Social Software genügt nicht den Datenschutzanforderungen.
  • Social Software entspricht nicht den Anforderungen der IT-Sicherheit.
  • Social Software unterstützt das Berechtigungssystem nicht ausreichend.
  • System hat keine geeigneten Schnittstellen in die bestehende Infrastruktur.
  • Systeme können Inhalte nicht barrierefrei darstellen.

Aus Sicht der IT (Infrastrukur, Sicherheit, Governance, etc.) sind diese Punkte allesamt relevant und wichtig zu beantworten. Pauschale Aussagen haben keine Existenzberechtigung. Die Systeme der verschiedenen Anbieter sind im Einzelfall auf Datenschutz, Sicherheit und Schnittstellen zu analysieren.

Auch darf nicht der Fehler begangen werden, Diskussionen zum Datenschutz, die z.B. Facebook anheften, pauschal auf andere Systeme zu übertragen. Dennoch sind dies gewichtige Kritikpunkte, die in keiner Systemanalyse fehlen dürfen. 

Insbesondere bei Anbietern aus Drittländern, zu denen bekanntlich auch die USA gehören, ist ein besonderes Augenmerk auf das Thema Datenschutz zu legen. Gerade amerikanische Anbieter sind hier von den, in Deutschland gültigen Datenschutzanforderungen, oftmals überfordert. 

Auch wem die barrierefreie Darstellung wichtig ist, sollte dies entsprechend im Pflichtenheft aufnehmen und hinterfragen. Viele Anbieter haben hier erheblichen Nachholbedarf und es sind entsprechende Entwicklungsarbeiten zu leisten. Auch namhafte Produkte wie z.B. Jive können hier nicht glänzen.

Alle technisch orientierten Argumente können spezifiziert und in der Leistungsbeschreibung oder einem Pflichtenheft aufgenommen, analysiert und beurteilt werden.

Ergänzen Sie weitere Argumente gerne über die Kommentarfunktion!


Arnd Walendy



Dienstag, 17. April 2012

Was spricht gegen Social Software im Unternehmenseinsatz


Neben den standardisierten Killerphrasen, wie „das haben wir bisher doch auch nicht gebraucht“, gibt es einige greifbare Argumente und Bedenken, die gegen den Einsatz von Social Software, Enterprise 2.0 oder Web 2.0 im Unternehmenskontext zu sprechen scheinen. Grundsätzlich beinhalten diese Argumente einen wahren Kern, der ernst zu nehmen und im Einzelfall zu prüfen ist.

Die Argumente lassen sich in 4 Sichtweisen, die nicht 100%ig voneinander zu trennen sind gliedern:
  • Technische Sicht, wie Unübersichtlichkeit der Tools, fehlende Usability.
  • Management-Sicht, wie der Sorge vor Kontrollverlusten.
  • Sicht der Organisation, wie Fragen zum Nutzen und der Wertschöpfung.
  • Mitarbeiter-Sicht, Sorge vor Wissensweitergabe und damit einhergehendem Wertverlust.

Technische Argumente:
  • Social Software genügt nicht den Datenschutzanforderungen.
  • Social Software entspricht nicht den Anforderungen der IT-Sicherheit.
  • Social Software unterstützt das Berechtigungssystem nicht ausreichend.
  • System hat keine geeigneten Schnittstellen in die bestehende Infrastruktur.

Argumente des Managements:
  • Angst, dass Internas nach Außen durchsickern.
  • Unklarheit darüber was kommuniziert werden darf und was nicht.
  • Angst vor dem Missbrauch von bereichsspezifischen Wissen.
  • Angst davor Mitarbeiter könnten die vorgegebenen Tools in anderer Weise nutzen.
  • Angst vor zusätzlichem Arbeitsaufwand durch das Tool bei unklarem Nutzen für den verantworteten Bereich.

Argumente aus Sicht der Organisation:
  • Insbesondere bei stark hierarchisch strukturierten und Bereichsuntergliederten Unternehmen besteht häufig die Sorge, dass Wissen über Bereichs- oder Hierarchiegrenzen hinaus weitergegeben wird. Insbesondere bei als Profitcenter-organisierten Bereichen.
  • Zunahme der Informationen und Probleme beim Finden der richtigen Informationen
  • Social Software lässt diejenigen in den Vordergrund treten, die viel von sich schreiben (unbeachtet der Qualität). Diejenigen, die das nicht tun treten in den Hintergrund uns sind daher zu schützen (Betriebsrat).
  • Taggings und Ratings sind geeignet Mitarbeiter zu bewerten. Das darf nicht sein.
  • Nur wieder ein weiteres Tool ohne erkennbaren Nutzen.
  • Nicht IT-affine und ältere Mitarbeiter werden diskriminiert 

Argumente aus Sicht des Mitarbeiters
  • Persönliche Daten können öffentlich werden
  • Neue Tools verursachen immer auch Unsicherheit. Diese beinhaltet Angst vor Unwissen über die Verwendungsmöglichkeit und den Nutzen für die eigene Arbeit. Die Usability ist daher extrem wichtig.
  • Manche Begriffe sind negativ besetzt. So wird Facebook oft in Verbindung mit mangelndem Datenschutz gebracht. Blogs mit Tagebüchern.
  • Austausch von Inhalten führt oft zu inhaltlichen Diskussionen. Viele Mitarbeiter scheuen Kritik, Anregungen und ggf. auch Konfrontation und machen daher erst gar keine Inhalte öffentlich
  • Angst vor zusätzlichem Arbeitsaufwand durch das Tool bei unklarem persönlichen Nutzen
  • Angst vor Überforderung durch zu viele neue Funktionen auf einmal
  • Angst vor Machtverlust und Abgrenzung zu und Austauschbarkeit durch andere Mitarbeitern (Wissen ist Macht)
  • Fehlender direkt erkennbarer persönlicher Nutzen verhindert die Wissensweitergabe
Welcher Argumente kennen Sie noch?

Arnd Walendy



Sonntag, 18. März 2012

Social Media Königsdisziplin: Enterprise 2.0


Im Rahmen von Social Media sprechen wir regelmäßig über die nach außen gerichtete Unternehmenskommunikation via Facebook oder eine der vielen anderen mehr oder weniger relevanten Plattformen. Gesichtspunkte des Marketings, Vertriebs oder der Reputation stehen dabei im Vordergrund.

Enterprise 2.0 steht dagegen als Überbegriff für den Einsatz von Web 2.0-Technologien und Social Software im Unternehmenskontext. Der Fokus liegt dabei auf der Fragestellung, wie Mitarbeiter bei der Zusammenarbeit unterstützt werden können. Interne Prozesse stehen im Fokus, die aber nicht zwangsläufig an der Unternehmensgrenze enden müssen sondern durchaus auch den Kontakt zu externen Partnern, wie Lieferanten, oder auch Kunden einschließen. Daher stellt Enterprise 2.0 für mich die Königsdisziplin des Social Media dar.

In der Praxis zeigen sich erste Gehversuche in Richtung Enterprise 2.0 oftmals durch den Einsatz von Blogs, Foren und Wikis.

Weblogs sind im Unternehmenseinsatz schon lange verbreitet. Sie werden eingesetzt, um Kunden zu informieren oder auch um im Unternehmen Informationen zu verbreiten. Allerdings handelt es sich bei Firmen-Weblogs oft nur um eine Einwegkommunikation, da viele Unternehmen den Dialog scheuen und so z.B. Kommentare gar nicht erst zulassen.

Die ersten Lösungen aus dem Web-2.0-Umfeld, die in Unternehmen mit den geforderten kollaborativen Eigenschaften aufgenommen wurden, waren Wikis. Als Möglichkeit, gemeinsam an Dokumenten zu schreiben und so auch ohne große Formalismen zusammenzuarbeiten, zogen sie Mitarbeiter an. Insbesondere in Software-Projekten als zusätzliche Möglichkeit der Kommunikation sind Wikis heute in Unternehmen weit verbreitet. Nachteilig ist die bisweilen dynamische Struktur, die ein Wiki unübersichtlich erscheinen lassen kann. So finden sich Wikis oftmals bei IT-Affinen Gruppen im Einsatz.

Laut MC Kinsey-Umfrage nutzten Unternehmen intern folgende Tools:



In weiteren Auswertungen werden als Hauptnutzen für den Einsatz von Enterprise 2.0 genannt:

-          Vermeidung von Wissenssilos
Verbesserung des innerbetrieblichen Wissenstransfers, besserer Zugang zu Best Practices.

-          Offenere Kommunikationskanäle
Direktere Mitarbeiter-zu-Mitarbeiter-Kommunikation.

-          Vermeidung bzw. bessere Bewältigung von Informationsüberflutung
Verminderung des E-Mail-Aufkommens.

-          Nachhaltige Einbeziehung der Mitarbeiter
Reduzierte Anonymität der Mitarbeiter, Entwicklung eines kreativen Klimas, in das sich die Mitarbeiter einbringen können und das auch gerne tun.

-          Verbesserung der Expertenidentifikation und Mitarbeitervernetzung
Mitarbeiter mit ähnlichem Kontext tauschen sich in Experten-Communities aus, die Weisheit der Masse wird genutzt.

-          Transparenz über Entscheidungen und Prozesse
Bessere Sichtbarkeit der Aufgaben und Kompetenzen.

-          Flexibilität und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens
Innovationen können schneller aufgenommen werden, das Unternehmen kann schneller auf Veränderungen reagieren.


Fortsetzung folgt u.a. mit folgenden Themen:

Stufen der Unternehmensentwicklung
Social Software und Wissensmanagement
Herausforderungen für Unternehmen
Einführungsstrategie
Fallbeispiele und Marktstudie Enterprise 2.0

Arnd Walendy
Seniorconsultant
Social Media- / Social Business Consulting
http://www.social-media-consulting.eu
http://social-business-consulting.blogspot.de/